Insulinresistenz ist die Stoffwechselerkrankung, die dem Typ-2-Diabetes um ein Jahrzehnt oder länger vorausgeht. Es ist auch die zugrunde liegende Ursache für Fettleibigkeit, PCOS, Fettlebererkrankungen und einen erheblichen Anteil kardiovaskulärer Ereignisse. Schätzungsweise 40 % der erwachsenen Schweizer Bevölkerung haben einen gewissen Grad an Insulinresistenz.

Die meisten von ihnen werden nie erzählt.

Der Fehler im Standardtest

Bei Standarduntersuchungen wird der Nüchternglukosespiegel gemessen. Liegt er über 7,0 mmol/L, liegt Diabetes vor. Zwischen 5,6 und 7,0 liegt ein „beeinträchtigter Nüchternglukosespiegel“ vor. Unterhalb von 5,6 wird Ihnen gesagt, dass alles in Ordnung ist.

Aber dieser binäre Ansatz verfehlt das wichtigste Fenster. In dem Jahrzehnt, bevor der Nüchternglukosespiegel ansteigt, geschieht etwas anderes: Ihre Bauchspeicheldrüse gleicht den Wert aus. Es produziert immer mehr Insulin, um die gleiche Glukosekontrolle zu erreichen. Ihr Blutzucker bleibt normal. Ihr Insulin ist es nicht.

Was Ihnen HOMA-IR eigentlich sagt

HOMA-IR (homöostatische Modellbewertung der Insulinresistenz) wird anhand einer einfachen Formel unter Verwendung von Nüchternglukose und Nüchterninsulin berechnet. Ein HOMA-IR über 1,9 weist auf eine frühe Insulinresistenz hin. Über 2,9 weist auf eine erhebliche Resistenz hin, die eine klinische Intervention rechtfertigt.

Entscheidend ist, dass Ihr Nüchternglukosespiegel vollkommen normal sein kann – sagen wir, 4,8 mmol/L –, während Ihr HOMA-IR eine seit Jahren entwickelte Insulinresistenz aufdeckt. Dies ist der Test, der erfasst, was das Standardpanel übersieht.

Warum dies über Diabetes hinaus wichtig ist

Insulinresistenz ist nicht nur eine Diabetesgeschichte. Untersuchungen des Stanford Prevention Research Center zeigen, dass Personen mit erhöhtem HOMA-IR Folgendes haben:

Wie ein Eingriff aussieht

Die gute Nachricht: Eine frühe Insulinresistenz ist hochgradig reversibel. Die Interventionen sind nicht pharmazeutisch, sondern metabolisch. Strategisches, zeitlich begrenztes Essen, Krafttraining, die Reduzierung raffinierter Kohlenhydrate und die Verbesserung der Schlafqualität haben in klinischen Studien eine messbare HOMA-IR-Verbesserung gezeigt.

Aber Sie können nicht in Dinge eingreifen, die Sie nicht messen können. Und die Standarduntersuchung misst es nicht.

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